Das Aufbereitungskonzept

Der Weg vom Rohwasser zum Trinkwasser:

Wassergewinnungsanlage Sorpetalsperre

Die im Wasserrecht genehmigten Entnahmemengen für die Wassergewinnungsanlage „Sorpetalsperre“ (ca. 70 Mio. m³ Stauinhalt) belaufen sich auf 250 m³/h, 6.000 m³/d und 2 Mio. m³/a. Der WVH ist Eigentümer des Wasserrechts. Die Stadtwerke Sundern haben ein Bezugsrecht von 27,5 %.

Über eine Förderleitung DN 300, die an der Grundablass-leitung der Talsperre in etwa 60 m Tiefe angeschlossen ist, gelangt das Rohwasser mit einem natürlichen Vordruck von etwa 2 bar in die Druckfilteranlage des Wasserwerks. Bei niedrigeren Wasserständen in der Talsperre ergänzt eine Förderpumpe im Stollen die natürliche Förderleistung auf die benötigten Mengen.

Entsäuerungsanlage

Im Zulauf zur Druckfilteranlage wird dem weichen, gering kalkaggressiven Rohwasser zur Herstellung des „Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts“ Natronlauge zudosiert. Der pH-Wert wird nach Vorgabe der TrinkwV auf ca. 7,8 angehoben.

Druckfilteranlage

Druckfilteranlage

In zwei parallel betriebenen Mehrschichtfiltern aus Steinkohlenkoks und Filtersand findet eine Vorfiltration zur Entfernung von gröberen Trübstoffen statt. Gleichzeitig wird über Bakterien nur in Spuren vorhandenes Mangan entfernt („biologische Entmanganung“). (Filterhöhe: 4 m; Schütthöhe: 2,8 m; Durchmesser: 3 m)

Aktivkohlefilteranlage

Aktivkohlefilteranlage

Diese Aufbereitungsstufe dient zur Senkung der Konzen-tration von gelösten organischen Inhaltsstoffen. Durch Anlagerung (Adsorption) an die Aktivkohle werden diese entfernt. Damit wird die Gefahr des „Bio-Fouling“ der Ultrafiltrationsmembranen und der Wiederverkeimung des Trinkwassers vermindert. Jeder der zwei offenen, parallel betriebenen Filter ist mit etwa 35 m³ Aktivkohle gefüllt (Filterfläche: 10,6 m²; Schütthöhe: 3,3 m).

Ultrafiltrationsanlage

Ultrafiltrationsanlage

Durch diese hochmoderne Filtrationstechnik werden sämtliche Partikel bis zu einer Größe von 0,01 µm sicher herausgefiltert. Da mögliche mikrobiologische Belastungen (z.B. Bakterien, Parasiten und Viren) größer als die Porenweite der Membranen sind, werden diese genauso wie feinere Trübungen vollständig zurückgehalten. Man spricht bei der Ultrafiltrationstechnik auch von einer „mechanischen Desinfektion“ des Wassers. Jeder der drei parallel betriebenen Blöcke ist mit 14 horizontalen Druckrohren mit je zwei Modulen bestückt. Jeder Block mit einer Membranfilterfläche von 1.120 m² erzeugt bis zu 83,3 m³/h Reinwasser, so dass im Wasserwerk maximal 250 m³/h Trinkwasser produziert werden können.

Reinwasserbehälter und Trinkwasserpumpwerk

Reinwasserbehälter und Trinkwasserpumpwerk

Am Ende eines jeden Aufbereitungsprozesses steht auf Grund von gesetzlichen Vorgaben die Desinfektion. Erst durch die Desinfektion wird aus dem Reinwasser das Trinkwasser. Die Desinfektion selbst stellt keinen Aufbereitungsschritt dar.

Im Ablauf der Trinkwasserpumpen erfolgt eine chemische Desinfektion durch Zugabe der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmenge von 0,05 mg/l Chlordioxid. Da am Ablauf der Ultrafiltrationsanlage stets Trinkwasserqualität vorlag, hat diese Desinfektion im Wasserwerk Langscheid die Bedeutung einer „Sicherheitsdesinfektion“.

Der Reinwasserbehälter (2 x 250 m³ Inhalt) dient als Vorlage für die Spülwasserpumpen der Druckfilter und für das Trinkwasserpumpwerk. Dieses besteht aus fünf Hochdruckkreiselpumpen. Zwei von diesen fördern das Trinkwasser mit je 20 m³/h über das Verteilnetz in den Hochbehälter Langscheid (600 m³ Inhalt), die anderen drei mit je 70 m³/h über eine Transportleitung in den Hochbehälter Kaiserhöhe-Sorpekammer (1.500 m³ Inhalt) in Sundern. Transportleitung und Hochbehälter Kaiserhöhe sind Anlagen des WVH.

Leitwarte (Prozessleitsystem)

Das Wasserwerk Langscheid ist ein vollautomatisiertes Wasserwerk. Die verfahrenstechnischen Prozesse werden durch ein modernes Prozessleitsystem (PLS) dargestellt, gesteuert und dokumentiert. Die Bedienung des PLS kann von der Leitwarte im Wasserwerk, oder auch vom Verwaltungsgebäude der Stadtwerke aus, erfolgen. Über 300 Parameter (Meldungen, Mess- und Zählwerte) werden online - also permanent - im Wasserwerk überwacht und ausgewertet. Betriebsrelevante Stör- und Alarmmeldungen werden über ein Meldesystem auf das Bereitschaftshandy der Fachbereitschaft der Stadtwerke Sundern übertragen.